-Quartett gründet neue Fraktion

Roze Özmen sitzt künftig allein für die Freien Demokraten im Delbrücker Rat –

neue Gruppe heißt PID Von Meike Oblau Delbrück (WVFDP). vom 20-12-2017

 

Die fünfköpfige FDP-Fraktion im Delbrücker Stadtrat ist Geschichte:

Nach fraktionsinternen Querelen, die inhaltlich niemand näher kommentierte, haben die vier Ratsmitglieder

Brigitte Michaelis, Andreas Hansel, Michael und Friedo Skirde die Gruppe verlassen und eine eigene Fraktion

unter dem Namen PID (»Politik in Delbrück«) gegründet.

Alle vier traten zugleich auch aus der Partei aus. Für die FDP verbleibt allein Roze Özmen im Rat –

dadurch verlieren die Freien Demokraten ihren bisherigen Fraktionsstatus.

 

»Wir haben gestern offiziell den Bürgermeister darüber in Kenntnis gesetzt und werden in der neuen Fraktion

weiterhin Politik in Delbrück für Delbrück mitgestalten«, heißt es in einer von Brigitte Michaelis versendeten

Stellungnahme.Sie ist Vorsitzende der neuen Gruppierung, Friedo Skirde wurde zum Stellvertreter gewählt.

»Für den Namen PID haben wir uns entschieden, weil wir damit hervorheben wollen, dass uns vor allem die

Entwicklung und Zukunft in und für Delbrück wichtig ist, ohne parteipolitisches Geplänkel«, sagt Michaelis.

 

Die politische Ausrichtung der Mitglieder sei im wesentlichen gleich geblieben.

Es gelte Anträge zu unterstützen, die sinnvoll seien, und zu versuchen, eigene Ideen auf den Weg zu bringen.

 

Über Gründe für die Querelen in der FDP wollte Brigitte Michaelis auf Anfrage des WV nicht sprechen:

»Diese Gründe werde ich der Öffentlichkeit nicht mitteilen. Es gibt halt Ehen, die funktionieren, und es gibt auch Ehen,

die man nicht retten kann und die mit einer Trennung enden.«

 

Michaelis kündigte an, dass wohl auch einige sachkundige Bürger von der FDP zur PID wechseln werden:

»Es ist aber noch zu früh, um Namen zu nennen. Dazu ist das alles noch zu frisch.« Der Rückzug von

Gustav Robrecht im Sommer habe übrigens nichts mit den aktuellen Streitigkeiten zu tun,

betonte Michaelis. Falls die PID bei den 2020 anstehenden Kommunalwahlen antreten will, müsste sie

ebenso wie die von Willibald Haase gegründete SGD in allen Wahlbezirken Unterstützerunterschriften sammeln,

um zur Wahl zugelassen zu werden. In einer Stellungnahme äußerte sich auch Stadtverbandsvorsitzende

Roze Özmen zum Zerfall in der FDP und bedauerte die aktuellen Entwicklungen: »Unterschiedliche Auffassungen

über die politische Arbeit haben trotz aller Bemühungen, diese zu überwinden, letztlich hierzu geführt.

Wünschenswert wäre es dabei gewesen, die durch die FDP-Liste erhaltenen Ratsmandate auch der Partei

wieder zur Verfügung zu stellen, anstatt diese mitzunehmen. Über die weitere Ratsarbeit werden wir nun

in der FDP Delbrück beraten.«Den Vorwurf, die FDPRatsmandate mit in die neue Fraktion hinübergenommen

zu haben, kommentierte Brigitte Michaelis mit den Worten: »Mein Ratsmandat in Hagen habe ich damals

direkt gewonnen und nicht über die Liste. Inzwischen ist es aber doch üblich, dass Politiker, die die Fraktion

verlassen, ihr Mandat behalten, und das werden auch meine drei Kollegen so tun.«

Von Meike Oblau D e l b r ü c k (WV).